Der heutige Tag war zweigeteilt. Zum einen war natürlich ein Strandbesuch bei diesem Wetter ein Muss, und dann hatte ich für heute einen Termin bei Simone bereits im April gebucht. Der Besuch war für 16.00 Uhr geplant, und so ging es erst einmal an den Strand. Dagi benötigte noch Zigaretten, die in Sant Antonio zu bekommen ja kein Problem sind, und ich dachte: Fahren wir doch an den Strand von Pistis, also an das andere Ende des Strandes, und schauen, ob man da noch kostenlos parken kann. Fazit: Ich habe 6,00 Euro gespart und Fratello bekam, nachdem die Sonne ja bekanntlich wandert, dann auch Schatten, was im Endeffekt für uns Menschen gut war bzw. ist. Auch in Pistis ist man schon weit mit dem Aufbau der Strandanlage. Hier möchte man 179 Schirme aufstellen, die Pfähle sind im Boden und nummeriert. Typisch deutsch, sodass man weiss wo welcher steht, inkl. der Nummerierung. Die Bar hatte schon offen. Da sind sie weiter.
Die heutigen Strandgäste benötigten keine Liege mit Schirm. Am Wasser hatten wir alle ausreichend Platz und ehrlich, ich würde wohl so etwas auch nicht anmieten wollen.

Der heutige Strandtag kam mir wie im Hochsommer als Kind auf der Insel Rügen vor. Die Sonne brannte und das Wasser hatte bereits eine Schwimmtemperatur. Also nicht nur mal kurz sich erfrischen, nein, Schwimmen, sich länger darin aufhalten, ist absolut möglich. Und wenn man sich von der Sonne, liegend auf der Decke, sich bescheinen lässt, dann meldet sich plötzlich unmissverständlich die Haut durch eine Art Piksens. Man kommt nicht umhin. Reflexartig bewegt sich eine Hand zu der Stelle und versucht, den Störenfried zu beseitigen. Kleine, winzige schwarze Käfer, also wirklich nicht größer als 2 Millimeter, die im Sande wohl nach Futter suchten, suchten dann auch auf meiner Haut. Oder hatten sich verirrt. Die konnten auch fliegen, habe ich gesehen. Es zeigt sich aber dabei, wofür wir unsere Haut haben, und im Stillen dachte ich an die Menschen, die bei einer Verletzung der Haut (Wunde) rufen: Da muss Luft ran! Ist der Schutz kaputt, wird man zum Ernährer von solchem Getier. Denn die Haut kann nicht mehr den Eindringling melden.
Pünktlich um 16.00 Uhr war ich bei Simone und es gab keine Wartezeit. Sie waren zu zweit, und als er nun mit dem Schneiden bei mir fertig war, kam die nächste Kundin. Mit Mann, Kind und Schwester/Freundin. So konnte er sich auf die Kundin konzentrieren, während Sie mir die Haare ein zweites Mal wusch. Ich sah es ihm an. Er wusste, das wird jetzt nicht fröhlich. Ihr Wunsch war, sich die Haare blond zu färben, und er wusste, das tut den Haaren überhaupt nicht gut. Ihr freudestrahlendes Gesicht in ein trauriges und dann wieder frohes Gesicht zu sehen, durch die Kunst von Simone, ja, der kann Haare und den Menschen verstehen. Ich habe für Oktober natürlich schon einen Termin.
Heute ist Freitag und ohnehin Fischtag. Also haben wir heute als ersten Gang Linguine mit Bottarga, Venusmuscheln und Kirschtomaten, und dann Lachs auf Honig/Balsamico mit Salat als Beilage gegessen. Der Lachs, ein Gedicht, und wer auf Sardinien und dann hier im Westen nicht wenigstens einmal Bottarga zu sich nimmt……der soll zu Hause bleiben! Dazu gab es ein Glas Vermentino und zum Schluss einen wirklich guten Limoncello. Auch da gibt es Unterschiede.

